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Klimajournalismus unter Hainbuchen

Klimajournalismus unter Hainbuchen. Foto: Pixabay

Mehr Nähe zur Leserschaft geht nicht: Im Vorgarten wird der Klimawandel sichtbar. Foto: KRiemer auf Pixabay

Im Vorgarten wird der Klimawandel konkret. Christian Lang schreibt, wie er als Gartenjournalist mit dem Thema umgeht – und welche zweite Krise dabei ebenfalls verständlich wird.


Feigen, Kiwis und Melonen aus eigener Ernte – kein Zweifel, im heimischen Garten ist der Klimawandel längst angekommen. Obst- und Gemüsesorten, die vor nicht allzu langer Zeit in Deutschland noch als exotisch galten und höchstens im Gewächshaus gediehen, werden inzwischen vielerorts von HobbygärtnerInnen erfolgreich angebaut. Das ist eine Bereicherung, der aber eine andere Seite des Klimawandels gegenübersteht: Vertrockneter Rasen, braune Hecken, Unwetter und jede Menge neuer Schädlinge.

Die Gartenbesitzer – und damit die Leser der Gartenzeitschriften und Nutzer der Gartenportale im Internet – interessiert ganz konkret, wie sie diesen Chancen und Risiken begegnen sollen: Welche Baumarten vertragen Trockenheit? Wann sind Kiwis erntereif? Wie wird der Rasen wieder grün – oder pflanzt man besser gleich hitzeverträgliche Stauden?

Gartenjournalismus ist maximal praxisnah

Solche Fragen beantworten Gartenjournalisten. Wenn meine KollegInnen und ich über klimafeste Gärten oder Klimabäume schreibe, dann beziehen wir uns dabei natürlich auf die Aussagen von Experten und Klimamodelle für die nächsten Jahre. Komplexe Klimawissenschaft oder gar Klimapolitik spielen in einer Gartenzeitschrift allerdings keine Rolle. Die Berichterstattung ist maximal praxisnah und bietet Hobbygärtnern Orientierung bei ihren Herausforderungen und Möglichkeiten – denn viele haben das Bedürfnis, mit ihrer Gartenarbeit etwas zum Schutz des Klimas beizutragen. Und natürlich lässt sich mit selbst angebautem Obst und Gemüse sowie dem Urlaub im eigenen Garten auch die persönliche Klimabilanz ordentlich verbessern.

Im Garten – und im Gartenjournalismus – wird der Klimawandel also konkret und verständlich. Dabei fließt ein eng verwandtes Thema mit ein, das neben dem Klima weniger Aufmerksamkeit bekommt: die Förderung der Artenvielfalt und Biodiversität. Gärten können schließlich über die Grundstücksgrenze hinaus positive Wirkung entfalten: Grünflächen dämpfen Wetterextreme, ein natürlich gestalteter Garten ist Lebensraum und Trittstein für viele Tierarten. Tipps für eine Blühwiese oder zur Begrünung des eigenen Garagendachs sind also ein leichter und konstruktiver Einstieg in gleich zwei große und dringende Themen. Das ist der Beitrag, den Gartenjournalismus leisten kann.


Foto: MSG/Frank Schuberth

Christian Lang

… ist Redakteur der Zeitschrift „Mein schöner Garten“ (Burda-Verlag). In seinem eigenen Garten lässt er der Natur viel Raum und freut sich über Schmetterlinge, Eidechsen und Vögel.


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